Dr. med. Joachim Rieker - Praxis für Psychotherapie
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Allgemeine Therapieziele und wie sie erreicht werden können

Psychodynamische Psychotherapie zielt neben einer Besserung der Symptomatik und Lebenszufriedenheit auf die Entwicklung und Erprobung neuer Lösungen und Handlungsspielräume im Umgang mit sich selbst und mit anderen. Die Gegenwart soll nicht länger überwiegend unter dem Eindruck unsichtbar gewordener Vergangenheit erlebt werden. Dabei können je nach den Entstehungsbedingungen der aktuellen seelischen und körperlichen Probleme (s.o.), verschiedene Aspekte eine Rolle spielen:

  • Zum einen, ein Nachreifen von innerseelischen und zwischenmenschlichen Fähigkeiten, die sich unter den gegebenen frühkindlichen Entwicklungsbedingungen nicht genügend ausbilden konnten (z.B. die Fähigkeit die eigenen Gefühle wahrzunehmen und zu steuern und sich in die Erlebniswelt des Gegenübers einzufühlen).
  • Neue, korrigierende Beziehungserfahrungen in der Gegenwart ermöglichen dann die Widerlegung und Veränderung fest eingeprägter, realitätsverzerrender Selbst- und Fremdbilder sowie der damit in Zusammenhang stehenden Erlebens- und Verhaltensgewohnheiten, die nichts weiter sind als ein Abbild früherer und frühster Beziehungserfahrungen.
  • Ein anderer Aspekt kann das Bewusstwerden, Annehmen und Befrieden von innerseelischen Konflikten und abgespaltenen Selbstanteilen (die wir als "nicht-zu-uns-gehörig" erleben, weil sie uns "un-gehörig" erscheinen), sowie der damit verbundenen (unter Realitätsgesichtspunkten) unangemessenen Ängste sein, die im Verborgenen das Erleben und Verhalten prägen. Dann können in einem nächsten Schritt lebensfreundlichere und beziehungsförderlichere Umgangsweisen mit dem Konflikthaften und Abgespaltenen (zum Beispiel im Sinne eines "Sowohl-als-Auch" anstatt eines "Entweder-Oder") gefunden und unerfüllbare Wünsche, Normen oder Ideale gelockert und in erfüllbare umgewandelt werden.
  • Weitere Ziele der therapeutischen Arbeit, insbesondere bei Vorliegen traumatisierender Belastungserfahrungen, kann die Herstellung äußerer Sicherheit und eines inneren Sicherheitsgefühls sein, das Zusammenführen bislang unkontrollierbar einschießender Erinnerungsfetzen und Gefühle zu einer vollständigen, erzählbaren, zusammenhängenden Darstellung des Erlebten, das "Um-Schreiben" belastender Erinnerungsbilder in Bewältigungs- und Beruhigungsbilder, und die akzeptierende Einordnung des Ganzen in die eigene Lebensgeschichte, die schließlich eine Neuorientierung im Leben ermöglicht.
  • Immer geht es daneben um eine Aktualisierung der im Hilfesuchenden selbst bereits vorhandenen Ressourcen und Selbstheilungskräfte sowie um die Berücksichtigung und Einbeziehung seines bisher bedeutsamen Beziehungsnetzwerkes, mit dem Ziel ein veränderungsfreundliches äußeres Milieu herzustellen.

Dr. med. Joachim Rieker - Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie  | Letzte Aktualisierung am 01.07.2020